Abramo – Von ganzem Herzen verdient er ein Hundeleben im Glück

Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich.


Was ist mir passiert?

Der bildhübsche, kurzbeinige Segugio Italiano Mix Rüde wurde, wie so viele, einfach in unserem Kooperationstierheim, die L.I.D.A. in Olbia, abgegeben – über seine Vorgeschichte ist uns daher leider nichts bekannt. Da allerdings Anfang September die Jagdsaison auf Sardinien begann, vermuten wir, dass er bei einem seiner Einsätze verloren gegangen ist und einfach zurückgelassen wurde, denn dies ist nichts Ungewöhnliches auf Sardinien. Die Jagdhunde werden nicht wie Familienmitglieder behandelt, sondern haben eine Aufgabe zu erledigen. Dafür werden sie in winzigen Verschlägen gehalten, bekommen nur einmal am Tag etwas Futter bzw. kurz vor der Jagd gar nichts mehr, damit sie ihren Job gut erledigen. Wenn dies nicht der Fall ist, werden sie ausgesondert oder eben zurückgelassen.

Wo bin ich?

Seit Anfang September ist Abramo nun in unserem Kooperationstierheim in einem kleinen Käfig untergebracht, da man nicht weiß, wohin mit ihm in dem großen Tierheim. Denn leider gibt es aktuell in der L.I.D.A. viel zu viele Hunde, die Gehege sind überfüllt. Wir müssen Abramo dringend aus dieser Situation befreien und sind nun auf der Suche nach einem wirklichen Zuhause, einem sicheren Ort, wo er sein zukünftiges Leben verbringen darf – sprich bei seinen Menschen.

Wie bin ich?

Abramo ist ein bildhübscher Segugio Italiano a pelo Forte Rüde, gezeichnet mit einem goldbraunen rauhaarigen Fell, einer weißen Brust, einer kupierten Rute und zwei großen wunderschönen Schlappohren. Mit seinen knapp 40cm Schulterhöhe hat er, wie ich finde, die perfekte Größe.

Als meine Kollegin ihn im September 2023 besuchte, war er ihr von Beginn an sofort sympathisch. Abramo ist ein unglaublich freundlicher und lieber Rüde. Er hat den typisch ausgeglichenen, sanften Charakter eines Jagdhundes und fügt sich deshalb tapfer seinem Schicksal in seinem kleinen Käfig. Ein- bis zweimal am Tag darf er diesen für kurze Zeit verlassen und mit den Gassigängern vor den Toren der L.I.D.A. einen kleinen Spaziergang an der Leine unternehmen. Dies ist natürlich ein besonderes Highlight für Abramo. Hier zeigt er sich freundlich und scheint auch mit Hündinnen verträglich zu sein. Da er aber noch immer alleine sitzt, können wir über die grundsätzliche Verträglichkeit noch keine Aussage treffen.

Abramo bringt die typischen Charaktereigenschaften eines Segugios mit. Klug, sozial, sportlich sowie ein treuer Begleiter, der immer ein offenes Ohr hat für das, was sein Mensch von ihm möchte. Im Haus ist er eher unscheinbar und ausgeglichen, draußen dagegen benötigt er eine Aufgabe und Beschäftigung wie Fährtensuche, ausgiebig die Nase nutzen und Ausdauer trainieren. Er ist ein Hund für aktive Menschen.

Was suche ich?

Für Abramo wünschen wir uns erfahrene und empathische Menschen, die Abramo mit offenem Herzen empfangen. Ein Zuhause mit gut umzäuntem Garten in ländlicher Umgebung wäre toll. Gerade nach seiner Ankunft in Deutschland sollte man erst einmal rücksichtsvoll mit ihm umgehen, doch wir sind uns sicher, dass er nach entsprechender Eingewöhnung Schritt für Schritt anfängliche Unsicherheiten verlieren wird und sich dann auf schöne Streifzüge in der bunten Natur und abwechslungsreiche Köpfchenarbeit freut. Das wird bestimmt eine aufregende Zeit für das Mensch-Hund-Team.

Kurzum suchen wir für Abramo aktive Menschen, die den sympathischen Rüden in ihr Herz schließen und ihn aus seinem kleinen, trostlosen Käfig befreien. Bei Interesse melde dich gerne bei mir, ich freue mich darauf, denn Abramo ist wirklich ein ganz besonderer Schatz.

Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Abramo kann nach Deutschland ausreisen.

Geboren

ca. 01.01.2023

Alterskategorie

Welpen/Junghunde

Rasse

Segugio Italiano Mischling

Schulterhöhe

ca. 39cm

Gewicht

Liegt nicht vor

Geschlecht

Männlich

Kastriert

Folgt vor Ausreise

Geimpft

Ja

Gechippt

Ja

Mittelmeerkrankheiten

Test folgt nach Einreise

Krankheiten

Keine bekannt

Handicap

Nein

Aufenthaltsort

L.I.D.A. Olbia, Sardinien

Gesucht wird

Pflegestelle, Zuhause

Hundeverträglichkeit

Ja

Katzenverträglichkeit

Unbekannt

Kinderlieb

Unbekannt

Jagdtrieb

Unbekannt

Garten

Gerne

Zweithund

Gerne, kein Muss

Hundeschule

Ja

Ansprechpartner

Tanja Beer


Vermittlung Hunde

Telefon: (0176) 45 67 84 38
E-Mail: tanja.beer@streunerherzen.com

Video

Rassebeschreibung

Wir stellen vor: Segugio Italiano – der italienische Laufhund

Segugio Italiano a pelo raso (kurzhaariger Laufhund)
Segugio Italiano a pelo forte (drahthaariger Laufhund)

Segugio Italiano Mischlinge


Geschichte bzw. Herkunft

Der Segugio (Plural: Segugi) ist ein italienischer Laufhund, der speziell zur Jagd auf Hasen und Wildschweine gezüchtet wurde. Seine Herkunft reicht bis weit in die Antike zurück, es gilt als sicher, dass sie die Nachkommen von Jagdhunden sind, die bereits von phönizischen Kaufleuten nach Italien eingeführt wurden. Zahlreiche Zeichnungen belegen das Vorkommen von Hunden in Ägypten, die dem heutigen Segugio sehr ähnlich waren. Die typischen Hängeohren dieses Laufhundes sind ein Zeichen von fortgeschrittener Domestikation. Es ist also anzunehmen, dass dieser Hund nach Italien kam, aus ihm der heutige Segugio entstand und dort über die Jahrhunderte fast unverändert erhalten blieb. Hunde dieses Typs stehen neben den Statuen der “Jagenden Diana” im Museum von Neapel und der “Bogenschießenden Diana” im Vatikanmuseum.

Eine zweite Theorie ist, dass es sich beim heutigen Segugio um einen Nachfahren der alten Keltenbracke handelt.

Die Glanzzeit des italienischen Laufhundes fällt in die Renaissance, wo, wie auch in Frankreich, der Adel aufwändige Jagden veranstaltete, bei denen Jagdhunde in der Meute Hasen, Füchse und Kaninchen jagten. Der Niedergang der Segugi-Zucht begann in Italien mit der Französischen Revolution, mit der der Adel seine jagdlichen Privilegien verlor. Darüber hinaus war die Jagd mit Laufhunden durch den Einsatz von Feuerwaffen überflüssig geworden. In Folge dessen wurden Bastarde in die Rasse eingekreuzt, die reinrassige Zucht ging verloren.

Der Segugio Italiano verdankt sein Überleben einigen engagierten Jägern, die sich für den Wiederaufbau der Zucht einsetzten. 1948 wurde bei der ENCI (nationaler italienischer Verband für das Hundewesen, entspricht dem VDH in Deutschland) 120 Segugi registriert, bis 1990 war die Anzahl der eingetragenen Tiere auf etwa 5000 angewachsen. Die Hunde werden heute auch in Arbeitstests geprüft, um ihre Gebrauchseigenschaften zu erhalten, der Segugio Italiano wird heute fast ausschließlich zur Hasenjagd eingesetzt.

Rassebeschreibung

Die folgende Beschreibung gilt für den kurzhaarigen und drahthaarigen Segugio, Unterschiede beim Drahthaar werden extra hinzugefügt.

  • FCI Gruppe 6: Lauf- und Schweißhunde
  • Sektion 1.2: Mittelgroße Laufhunde
  • Herkunft: Italien
  • Körper: Kräftiger Körperbau, gute Muskulatur, ohne die geringste Spur von Fett
  • Ohren: Herabhängend, so gedreht, dass es nach vorne zeigt, von dreieckiger Form
  • Rute: Hoher Rutenansatz, dünn an der Wurzel und auf ihrer ganzen Länge, so lang, dass ihre Spitze den Fersenhöcker berührt, die Rute der drahthaarigen Variante ist im Ansatz kräftiger
  • Haare: Kurzes Haar auf dem ganzen Körper, harsche Textur, dicht, engstehend, gleichmäßig glatt;
    Das Haar der drahthaarigen Variante ist unverkennbar rau, ausgenommen auf Kopf, Behang, Rute und Fang, die Haarlänge soll 5cm nicht überschreiten, unter den Lefzen bildet das Haar einen sogenannten Bart
  • Farben: Umfassen das ganze Spektrum von einfarbigem Falb und schwarz/lohfarben, die roten Abzeichen befinden sich am Fang, an den Augenbrauen an der Brust und an den Gliedmaßen, weiß darf an Fang und Schädel auftreten, auch erlaubt als “Stern” auf der Brust, es ist jedoch nicht sehr erwünscht, je weniger vorhanden, desto besser; der der schwarz/lohfarbene Hund darf einen weißen Bruststern tragen (tricolor Segugio); braun (kaffee-, leberfarben ) ist nicht zulässig;
    Beim Drahthaar umfassen die Farben das ganze Spektrum von einfarbigem Falb, von dunkelrotem und berußtem Falb bis hin zum hellen Falb, sowie Schwarz und Loh.
  • Widerristhöhe: Rüden: 52 – 60cm, Hündin: 50 – 58cm
  • Gewicht: Je nach Größe zwischen 18 und 28kg
Charakter

Wie die meisten Jagdhunde ist der Segugio Italiano im Haus eher ruhig, fast unauffällig, im Freien aber ein Vollblutjagdhund, der dazu tendiert, seine Nase ununterbrochen am Boden zu haben. Hat er einen interessanten Geruch entdeckt, so tut er das durch den ihm eigenen Jagdlaut kund. Bei der Jagd ist er ein harter und ausdauernder Hund, der sich an unterschiedliche Gelände anpasst, er besitzt extreme Widerstandsfähigkeit und Schnelligkeit.

Fremden gegenüber zeigt sich der Segugio Italiano manchmal etwas reserviert, besonders die rauhaarige Variante, die als eher zurückhaltend, weniger überschwänglich, folgsam, ruhig und nachdenklich bei der Arbeit gilt.

Mit Artgenossen hat er als typischer Meutehund im Allgemeinen kein Problem.

Haltung

Als Meutehund eignet sich der Segugio Italiano gut für die Mehrhundehaltung. Wie jeder andere Hund auch, muss er mit Geduld und Konsequenz erzogen werden. Er eignet sich jedoch eher für erfahrene Hundehalter, die mit seinem Jagdtrieb umgehen können. Da seine Jagdpassion ausgesprochen stark ausgeprägt ist, kann er u.U. überhaupt nicht abgeleint werden und muss daher ausreichend bewegt und auch geistig ausgelastet werden. Idealerweise sollte ihm eine Alternativbeschäftigung angeboten werden, bei der er seiner Passion nachgehen und seine exzellente Nase einsetzen kann. Aktivitäten wie Mantrailing oder Fährtenarbeit nimmt er mit Begeisterung an.

Er sollte unbedingt einen gut gesicherten Garten zur Verfügung haben, in dem er sich frei bewegen kann. Zu beachten ist hierbei, dass manche Vertreter dieser Rasse wahre Kletterkünstler sind.

Erziehung

Die Erziehung des Segugio Italiano ist mit der nötigen Erfahrung sichtlich einfach. Der ruhige Laufhund hat von Natur aus das Bedürfnis seinem Menschen zu folgen und zeigt einen hohen Grad an Gehorsam. Er lässt sich leicht für ein Training begeistern, wobei er nie hektisch oder unruhig wirkt, aber dennoch hochkonzentriert bei der Sache ist. Neue Dinge lernt er schnell und geht mit wachsamer Neugier gerne voran, wobei er immer ein Ohr offen hat für die Befehle seines Besitzers.

Dennoch ist der Segugio Italiano kein Anfängerhund und sollte mit einer klaren, aber dennoch liebevollen Hand geführt werden. Auf eine harte Hand reagiert der durchaus empfindliche Hund schnell mit Unsicherheit und Angst.

Sicherlich ist es ratsam mit dem Italiener eine Hundeschule oder einen Hundeverein zu besuchen, denn gerade sein Jagdtrieb sollte besonders im Auge behalten werden. Hier hilft es erfahrene Trainer um Rat fragen zu können.

Passt ein Segugio Italiano zu mir?

Ein Segugio Italiano passt perfekt zu dir, wenn:

  • du einen ruhigen und sanften Hund suchst, der gleichzeitig einen hohen Arbeitswillen besitzt
  • du gerne in der Natur bist und einen Hund mit großer Ausdauer suchst
  • du Hundeerfahren bist und weißt, einen möglichen Jagdtrieb positiv umzulenken
  • du einen Zweithund suchst, denn der Segugio lebt am liebsten im Rudel
  • du einen im Haus eher ruhigeren Partner suchst
  • du gerne mit positiver Bestärkung arbeitest, denn der Segugio ist ein recht sensibler Hund
  • du ein Haus mit gut gesichertem Garten besitzt.

Reinrassige Segugio Italiano