Piccola – Da braucht’s nur einen Blick in ihre Augen…

Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich.


Piccola wurde gemeinsam mit ihren beiden Welpen Flavia und Flavio von einer jungen Volontärin in einem Canile, welches sie regelmäßig besuchte, entdeckt. Die Hundemama hatte dort unter sehr schlechten Bedingungen ihre Welpen zur Welt bringen müssen. Die Volontärin konnte hier nicht wegschauen und Piccola mit ihrem Nachwuchs einfach ihrem Schicksal überlassen. Sie bat unser Kooperationstierheim, die L.I.D.A., die junge Familie aufzunehmen. Piccola, die sich aufopfernd und so gut es ihr unter den schlechten Vorrausetzung möglich war um ihren Nachwuchs gekümmert hat, war anfangs in keinem guten Gesundheitszustand. Völlig erschöpft und ausgemergelt musste sie sich erst einmal von den Strapazen erholen. Liebevoll wurde sie von ihrer Pflegerin gepäppelt und gepflegt.

Bei unserem Besuch im April 2023 lernten wir diese liebe und sanfte Hündin das erste Mal persönlich kennen. Wir machten Bilder und Videos und verbrachten ein wenig Zeit mit ihr bei einem kleinen Spaziergang vor der L.I.D.A.. Hier zeigte Piccola sich noch überfordert – vermutlich darf sie nicht oft ihr kleines Gehege verlassen, das ihr mittlerweile Sicherheit gibt. Mit eingeklemmtem Schwanz beobachtete sie das Geschehen um sich herum und ließ sich streicheln. Im Kontakt mit anderen Hunden ist sie vorsichtig aufgetaut. Als wir sie zurück in ihr vertrautes Gehege brachten, dauerte es nicht lange, bis ihre Rute nach oben wanderte und sie freudig ihre Hundefreunde begrüßte. Wir setzten uns noch einen Moment zu ihr und schon nach kurzer Zeit kam sie schwanzwedelnd auf uns zu und ließ sich streicheln. Es freut uns zu sehen, dass sie langsam im Tierheimalltag angekommen ist und Vertrauen zu den Menschen in ihrem Umfeld fasst. Mit anderen Hunden versteht sie sich sowieso gut – wie wir selbst miterleben durften.

Nun ist es für Piccola an der Zeit, ein schönes Leben zu beginnen. Dieses neue Leben ist anfangs für die meisten Hunde noch eine kleine Herausforderung, da sie Ähnliches bisher nie kennenlernen konnten. Es erfordert deshalb Feingefühl und Hunde-Knowhow, um Piccola bei ihren Schritten in ein schöneres Leben zu begleiten. Wenn Piccola erst einmal angekommen ist und Vertrauen aufgebaut hat, wird sie sich auf ausgedehnte Spaziergänge und geistige Auslastung mit ihren Menschen sicherlich riesig freuen. Genauso sehr wird sie es aber auch lieben, sich bei dir einzukuscheln, die sanften Streicheleinheiten zu spüren und einfach nur den Moment genießen zu dürfen. Wenn bereits ein souveräner Hund bei dir lebt, wäre das eine prima Starthilfe für die unsichere Hündin.

Bei Piccola handelt es sich um einen Segugio-Mischling, einer italienischen Laufhunderasse. Da sie nach entsprechender Eingewöhnung und gewonnener Sicherheit evtl. auch Jagdtrieb zeigen kann, ist ein gut gesicherter Garten als eigenes kleines Revier zum Durchstöbern, Schnüffeln und frei Herumlaufen Voraussetzung für eine Vermittlung. Bestimmt wird sie auch viel Spaß an jeglicher Art von Nasenarbeit haben.

Für mich gehört Piccola zu den Hunden, die einem sofort ins Herz hüpfen. Da braucht´s nur einen Blick in ihre Augen und schon merkt man, dass sie eine solche Hündin ist.

Wenn sich Piccola auch in dein Herz geschlichen hat, zögere nicht Kontakt zu uns aufzunehmen. Wie sehr würde ich ihr wünschen, dass sie schon bald mit dem nächsten Transport in ein besseres Leben starten kann.

Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Piccola kann nach Deutschland ausreisen.

Geboren

ca. 15.11.2019

Alterskategorie

Erwachsene

Rasse

Segugio Italiano Mischling

Schulterhöhe

ca. 42cm

Gewicht

Liegt nicht vor

Geschlecht

Weiblich

Kastriert

Ja

Geimpft

Ja

Gechippt

Ja

Mittelmeerkrankheiten

Test folgt nach Einreise

Krankheiten

Keine bekannt

Handicap

Nein

Aufenthaltsort

L.I.D.A. Olbia, Sardinien

Gesucht wird

Zuhause

Hundeverträglichkeit

Ja

Katzenverträglichkeit

Unbekannt

Kinderlieb

Unbekannt

Jagdtrieb

Unbekannt

Garten

Ja

Zweithund

Gerne, kein Muss

Hundeschule

Ja

Ansprechpartner

Tanja Beer


Vermittlung Hunde

Telefon: (0176) 45 67 84 38
E-Mail: tanja.beer@streunerherzen.com

 

Video

Rassebeschreibung

Wir stellen vor: Segugio Italiano – der italienische Laufhund

Segugio Italiano a pelo raso (kurzhaariger Laufhund)
Segugio Italiano a pelo forte (drahthaariger Laufhund)

Segugio Italiano Mischlinge


Geschichte bzw. Herkunft

Der Segugio (Plural: Segugi) ist ein italienischer Laufhund, der speziell zur Jagd auf Hasen und Wildschweine gezüchtet wurde. Seine Herkunft reicht bis weit in die Antike zurück, es gilt als sicher, dass sie die Nachkommen von Jagdhunden sind, die bereits von phönizischen Kaufleuten nach Italien eingeführt wurden. Zahlreiche Zeichnungen belegen das Vorkommen von Hunden in Ägypten, die dem heutigen Segugio sehr ähnlich waren. Die typischen Hängeohren dieses Laufhundes sind ein Zeichen von fortgeschrittener Domestikation. Es ist also anzunehmen, dass dieser Hund nach Italien kam, aus ihm der heutige Segugio entstand und dort über die Jahrhunderte fast unverändert erhalten blieb. Hunde dieses Typs stehen neben den Statuen der “Jagenden Diana” im Museum von Neapel und der “Bogenschießenden Diana” im Vatikanmuseum.

Eine zweite Theorie ist, dass es sich beim heutigen Segugio um einen Nachfahren der alten Keltenbracke handelt.

Die Glanzzeit des italienischen Laufhundes fällt in die Renaissance, wo, wie auch in Frankreich, der Adel aufwändige Jagden veranstaltete, bei denen Jagdhunde in der Meute Hasen, Füchse und Kaninchen jagten. Der Niedergang der Segugi-Zucht begann in Italien mit der Französischen Revolution, mit der der Adel seine jagdlichen Privilegien verlor. Darüber hinaus war die Jagd mit Laufhunden durch den Einsatz von Feuerwaffen überflüssig geworden. In Folge dessen wurden Bastarde in die Rasse eingekreuzt, die reinrassige Zucht ging verloren.

Der Segugio Italiano verdankt sein Überleben einigen engagierten Jägern, die sich für den Wiederaufbau der Zucht einsetzten. 1948 wurde bei der ENCI (nationaler italienischer Verband für das Hundewesen, entspricht dem VDH in Deutschland) 120 Segugi registriert, bis 1990 war die Anzahl der eingetragenen Tiere auf etwa 5000 angewachsen. Die Hunde werden heute auch in Arbeitstests geprüft, um ihre Gebrauchseigenschaften zu erhalten, der Segugio Italiano wird heute fast ausschließlich zur Hasenjagd eingesetzt.

Rassebeschreibung

Die folgende Beschreibung gilt für den kurzhaarigen und drahthaarigen Segugio, Unterschiede beim Drahthaar werden extra hinzugefügt.

  • FCI Gruppe 6: Lauf- und Schweißhunde
  • Sektion 1.2: Mittelgroße Laufhunde
  • Herkunft: Italien
  • Körper: Kräftiger Körperbau, gute Muskulatur, ohne die geringste Spur von Fett
  • Ohren: Herabhängend, so gedreht, dass es nach vorne zeigt, von dreieckiger Form
  • Rute: Hoher Rutenansatz, dünn an der Wurzel und auf ihrer ganzen Länge, so lang, dass ihre Spitze den Fersenhöcker berührt, die Rute der drahthaarigen Variante ist im Ansatz kräftiger
  • Haare: Kurzes Haar auf dem ganzen Körper, harsche Textur, dicht, engstehend, gleichmäßig glatt;
    Das Haar der drahthaarigen Variante ist unverkennbar rau, ausgenommen auf Kopf, Behang, Rute und Fang, die Haarlänge soll 5cm nicht überschreiten, unter den Lefzen bildet das Haar einen sogenannten Bart
  • Farben: Umfassen das ganze Spektrum von einfarbigem Falb und schwarz/lohfarben, die roten Abzeichen befinden sich am Fang, an den Augenbrauen an der Brust und an den Gliedmaßen, weiß darf an Fang und Schädel auftreten, auch erlaubt als “Stern” auf der Brust, es ist jedoch nicht sehr erwünscht, je weniger vorhanden, desto besser; der der schwarz/lohfarbene Hund darf einen weißen Bruststern tragen (tricolor Segugio); braun (kaffee-, leberfarben ) ist nicht zulässig;
    Beim Drahthaar umfassen die Farben das ganze Spektrum von einfarbigem Falb, von dunkelrotem und berußtem Falb bis hin zum hellen Falb, sowie Schwarz und Loh.
  • Widerristhöhe: Rüden: 52 – 60cm, Hündin: 50 – 58cm
  • Gewicht: Je nach Größe zwischen 18 und 28kg
Charakter

Wie die meisten Jagdhunde ist der Segugio Italiano im Haus eher ruhig, fast unauffällig, im Freien aber ein Vollblutjagdhund, der dazu tendiert, seine Nase ununterbrochen am Boden zu haben. Hat er einen interessanten Geruch entdeckt, so tut er das durch den ihm eigenen Jagdlaut kund. Bei der Jagd ist er ein harter und ausdauernder Hund, der sich an unterschiedliche Gelände anpasst, er besitzt extreme Widerstandsfähigkeit und Schnelligkeit.

Fremden gegenüber zeigt sich der Segugio Italiano manchmal etwas reserviert, besonders die rauhaarige Variante, die als eher zurückhaltend, weniger überschwänglich, folgsam, ruhig und nachdenklich bei der Arbeit gilt.

Mit Artgenossen hat er als typischer Meutehund im Allgemeinen kein Problem.

Haltung

Als Meutehund eignet sich der Segugio Italiano gut für die Mehrhundehaltung. Wie jeder andere Hund auch, muss er mit Geduld und Konsequenz erzogen werden. Er eignet sich jedoch eher für erfahrene Hundehalter, die mit seinem Jagdtrieb umgehen können. Da seine Jagdpassion ausgesprochen stark ausgeprägt ist, kann er u.U. überhaupt nicht abgeleint werden und muss daher ausreichend bewegt und auch geistig ausgelastet werden. Idealerweise sollte ihm eine Alternativbeschäftigung angeboten werden, bei der er seiner Passion nachgehen und seine exzellente Nase einsetzen kann. Aktivitäten wie Mantrailing oder Fährtenarbeit nimmt er mit Begeisterung an.

Er sollte unbedingt einen gut gesicherten Garten zur Verfügung haben, in dem er sich frei bewegen kann. Zu beachten ist hierbei, dass manche Vertreter dieser Rasse wahre Kletterkünstler sind.

Erziehung

Die Erziehung des Segugio Italiano ist mit der nötigen Erfahrung sichtlich einfach. Der ruhige Laufhund hat von Natur aus das Bedürfnis seinem Menschen zu folgen und zeigt einen hohen Grad an Gehorsam. Er lässt sich leicht für ein Training begeistern, wobei er nie hektisch oder unruhig wirkt, aber dennoch hochkonzentriert bei der Sache ist. Neue Dinge lernt er schnell und geht mit wachsamer Neugier gerne voran, wobei er immer ein Ohr offen hat für die Befehle seines Besitzers.

Dennoch ist der Segugio Italiano kein Anfängerhund und sollte mit einer klaren, aber dennoch liebevollen Hand geführt werden. Auf eine harte Hand reagiert der durchaus empfindliche Hund schnell mit Unsicherheit und Angst.

Sicherlich ist es ratsam mit dem Italiener eine Hundeschule oder einen Hundeverein zu besuchen, denn gerade sein Jagdtrieb sollte besonders im Auge behalten werden. Hier hilft es erfahrene Trainer um Rat fragen zu können.

Passt ein Segugio Italiano zu mir?

Ein Segugio Italiano passt perfekt zu dir, wenn:

  • du einen ruhigen und sanften Hund suchst, der gleichzeitig einen hohen Arbeitswillen besitzt
  • du gerne in der Natur bist und einen Hund mit großer Ausdauer suchst
  • du Hundeerfahren bist und weißt, einen möglichen Jagdtrieb positiv umzulenken
  • du einen Zweithund suchst, denn der Segugio lebt am liebsten im Rudel
  • du einen im Haus eher ruhigeren Partner suchst
  • du gerne mit positiver Bestärkung arbeitest, denn der Segugio ist ein recht sensibler Hund
  • du ein Haus mit gut gesichertem Garten besitzt.

Reinrassige Segugio Italiano